So steigen die Krankheitstage von Beschäftigten!

Sobald mehr als eine Person in einem Büro arbeitet, steigt der Krankenstand! Eine Studie der Uni Stockholm zeigt, dass das sogar schon auf Menschen, die in 2-er oder 3-er Büros arbeiten, zutrifft. Sie haben eine knapp 25 % höhere Krankheitsrate als Leute, die in Einzelbüros arbeiten. Und in einem Büro mit vier Personen aufwärts geht´s richtig zur Sache: Hier weisen die Beschäftigten fast doppelt so viele Krankheitstage wie die in Einzelbüros auf.

Aber damit noch nicht genug! Weitere Studien haben gezeigt, dass die Beschäftigten in Mehrpersonen- und Großraumbüros genervter sind, weniger Leistung bringen und sich öfter streiten. Die Ursachen sind schon oft wiedergekaut worden: Lärm, fehlende Kontrolle über den Raum, man fühlt sich beobachtet und kontrolliert, Viren und Bakterien verbreiten sich schneller, man fühlt sich von vorbeigehenden oder sprechenden KollegInnen abgelenkt, und, und, und.

Hier drei Tipps, wie man dem entgegensteuern kann:

  1. Kämpfe sind angesagt: Zwei Personen sitzen sich gegenüber. Die meisten wissen, dass so eine Sitzposition von Haus aus auf Konfrontation ausgerichtet ist. Aus Sicht von Feng Shui ist das, was man sieht, die Zukunfts-perspektive. Da das arbeitende Gegenüber in den seltensten Fällen als Perspektive taugt, könnte man die Tische so anordnen, dass man sich nicht mehr gegenüber sitzt. Ist das nicht möglich, hilft eine 1,40 Meter hohe Trennwand. Und laut Untersuchungen sollte sie tatsächlich 1,40 Meter hoch sein, denn wenn sie niedriger ist sieht man das Gegenüber beim Sitzen immer noch und erreicht nicht den gewünschten positiven Effekt. Andererseits kann man bei der genannten Höhe bei Bedarf aufstehen, Sichtkontakt herstellen und miteinander sprechen.
  2. Das berüchtigte Brett vorm Hirn: Eine Trennwand ist vorhanden. Normalerweise macht man sich keine Gedanken, wie die Trennwand gestaltet ist. Dabei ist das sehr wichtig! Bei vielen MitarbeiterInnen sind dadurch nicht nur Kreativität und Arbeitsleistung blockiert, sondern auch die Zukunftsaussichten, was Unzufriedenheit hervorrufen kann. Dem kann man entgegenwirken, indem man im Blickfeld ein Bild anbringt, das das Gefühl von Weite vermittelt. Es gibt Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten vorschreiben, welche Bilder sie aufhängen dürfen. Sinnvoll ist es jedoch, die MitarbeiterInnen das selber entscheiden zu lassen. So können diese ein Bild befestigen, das auch noch mit persönlichen Zielen gespickt ist.
  3. Der persönliche „Rückspiegel“: Sehen, was hinter einem passiert. Oft ist der Rücken von Beschäftigten im Großraumbüro ungeschützt. Das bedeutet, dass hinter ihnen Leute vorbeigehen können. Dadurch beobachten die Sitzenden ständig (unbewusst), was hinter ihnen passiert. Sie liegen auf der Lauer. Die Konzentration auf vermeint-liche Gefahren fehlt für die Konzentration auf die Aufgabe, wodurch die Arbeitsleistung reduziert wird. Lassen sich die Räume nicht entsprechend umgestalten, könnten die MitarbeiterInnen einen kleinen Spiegel vor sich aufstellen, um zu sehen, was hinter ihnen los ist. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Schreibtischstuhl mit einer sehr hohen Rücken-lehne. Und eine hohe Pflanze seitlich vom Schreibtisch ist eine sichtbare Barriere und dient dem Gefühl der Sicherheit.

Das sind einige vielversprechende Ansätze, um Arbeitsunfähigkeitszeiten zu senken, Arbeitszufriedenheit, Harmonie, Wohlbefinden und Arbeitsleistung zu steigern. Selbst wenn man nicht jedem / jeder Beschäftigten ein Einzelbüro geben kann.

 

Weitere Quellen:

Schmidt Walter: Warum Männer nicht nebeneinander pinkeln wollen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2013. Flade, Antje: Architektur psychologisch betrachtet. 1. Aufl., Bern: Verlag Hans Huber, 2008.

 

 

Ein Gedanke zu “So steigen die Krankheitstage von Beschäftigten!

  1. Der Artikel ist hochinteressant. Nicht nur, daß das Raumklima in einem Großraumbüro sinkt, da ja viel mehr Sauerstoff verbraucht wird, und m.E. eine Lüftungs-Klimaanlage dem Luft- und Feuchtigkeitsaustausch nur rudimentär nachkommt, die Arbeitsleistung ist sicher herabgesetzt, da die Kollegen bei Gesprächen mithören (können), und fast automatisch ihre eigene Arbeit dabei vernachlässigen. Auch ist die ständige mögliche Beobachtung und der Lärmpegel gerade bei Kundengesprächen höchst störend.
    Sollte man eine Trennwand nicht aufstellen dürfen und man hat ein Gegenüber, einfach eine oder zwei großblättrige Pflanzen, ev. auf einem kleinen Podest aufstellen.
    Beste Grüße Birgit

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