Wie steht es in Zukunft um Ihr Licht? Ich sage es gleich: Ich bin eine Befürworterin der Glühbirnen. Dafür verzichte ich schon immer großzügig auf jeden Stand-by-Modus. Nachdem das Verbot der Glühbirnen jetzt amtlich ist (bereits am 01. September d. J. werden 100 Watt und mehr und alle Birnen mit Milchglas verboten) werde ich heute einmal nicht die Elektrosmog-Frage erörtern, sondern einige andere Aspekte beleuchten, die mit der Energiesparlampe zusammen hängen.
Die verlorengegange Kultur. So habe ich das Verschwinden der Glühbirne noch nicht betrachtet. In „Capriccio“, einer Kultursendung des Bayerischen Fernsehens, wurde die Glühbirne zum Kulturgut ernannt. Lichtdesigner bewerten das Verschwinden der Glühbirne offensichtlich als Verfall unserer Kultur. Die Objekte und künstlerischen Installationen wirken eben mit der Glühbirne anders als mit dem Design und dem Licht der Energiesparlampe. Das war jetzt nur ein Nebenschauplatz. Jetzt zu anderen wichtigen Überlegungen, die mir unter den Nägeln brennen:
Die Energiesparlampe (ESL) enthält Quecksilber! Quecksilber gilt als das giftigste, nicht-radioaktive Element (ob das stimmt, weiß ich nicht). Vielleicht sollte ich gelegentlich meinen Schwib-Schwager fragen, der Chemiker ist? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Hg unter 3 Millionen giftigen Substanden an sechster Stelle stehen soll. Die UN und die EU planen ein Verbot von Quecksilber. Nur für ESL soll es Ausnahmen geben. Was nun? Ist Hg giftig oder nicht? Wenn es sogar verboten werden soll, warum dann diese Ausnahme? Wieder zurück zu ESL. Wenn diese Lampe zerbricht, dann sollte der Quecksilberdampf nicht eingeatmet werdern. Haben Sie schon eine Atemschutzmaske zu Hause? Und die zerbrochenen Teile sollten zum persönlichen Schutz zusammengekehrt und nicht aufgesaugt werden. Das Ganze – auch wennn nicht zerbrochen - muss als Sondermüll entsorgt werden. Die ESL gehören auf keinen Fall in den Restmüll! Kennen Sie jemanden, der sich dran hält? Der das überhaupt weiß??? Hören Sie sich doch einmal um. Da werden Ihnen Augen und Ohren aufgehen.
ESL flimmern. Vielleicht haben Sie gelesen, dass die neue Generation der ESL nicht mehr flimmern würde. Die Lampen flimmern trotzdem. Man muss sich das so vorstellen, dass das Gas in der Röhre dauernd an- und ausgeht. Damit das Auge das Flimmern, das dadurch entsteht, nicht sieht, hat man die Frequenz, mit der die Beleuchtung an- und ausgeht, einfach erhöht. So sieht es zwar das Auge nicht mehr bewusst, aber das vegetative Nervensystem nimmt es trotzdem wahr. In der Medizin gilt dieses Flimmern als Stressfaktor. Kommt da also politisch verordneter Stress auf uns zu?
Die ESL leuchten mit mehr Blauanteilen als die Glühbirnen. Und jetzt passen Sie auf! Man hat festgestellt, dass die Menschen im Durchschnitt um 3 Grad stärker einheizen, um das Kältegefühl, das durch die Blauanteile entsteht, zu kompensieren. Wie war das gleich wieder mit dem Energiesparen mit Hilfe der ESL? Ich habe gehört, dass die ESL deshalb zur Pflicht werden, weil damit Energie gespart werden soll. Ach ja! Vermutlich verwechsle ich da Stromsparen mit Heizenergie sparen. Wenn man Strom spart kann man ruhig mehr Heizenergie verbrauchen.
Die Farblichtverteilung der ESL ist ungünstiger als die der Glühbirne. Der hohe Blaulichtanteil gaukelt dem Menschen auch abends vor, dass es noch Tag ist. Die Glühbirne enthält dagegen wie das natürliche Abendlicht, mehr Rotanteile. Das veranlasst den Körper dazu, die Körperfunktionen abends auf Schlafenszeit umzuschalten.
Lt. Öko-Test befürchten MedizinerInnen bei mehr Blauanteilen im Licht offensichtlich, dass die nächtliche Melatonin-Produktion nicht so richtig in die Gänge kommen könnte, weil dem Körper gesagt wird: „Es ist Tag“. Welche Wirkungen der Blauanteil möglicherweise auf den Menschen haben könnte, weiß man noch nicht. Hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen.
Wer braucht heutzutage schon noch Melatonin? Melatonin ist u. a. zuständig für den Schlaf- und Wachrhythmus und für die Bekämpfung freier Radikale im Körper. Melatonin ist der stärkste freie Radikalenfänger, Vitamin C und E sind nichts dagegen. Die aggressiven Moleküle können Zellen entarten lasssen. Das ist, wie wenn sich eine Meute hungriger Kampfhunde auf einen Menschen stürzen würde. Die Kampfhunde (die Radikale) stürzen sich auf den Menschen und beißen ein gesundes Stück Fleisch heraus. Der Hund ist satt, der Mensch hat ein Problem. Deshalb braucht man Radikalenfänger, um die aggressiven Moleküle in harmlose Teilchen umzuwandeln.
Weiter heißt es, dass die ESL beliebig oft an- und ausgeschaltet werden könnten, ohne dass sie dabei kaputt gingen. Die Technik wäre jetzt schon so weit, dass es den Lampen nichts mehr ausmachen würde, wenn sie oft geschaltet werden. Lesen Sie dazu folgendes Beispiel aus der Praxis und bilden Sie sich selbst ein Urteil: Einer meiner Kunden, ein Zahnarzt, hat mir folgendes erzählt: Im Treppenhaus des Gebäudes, in dem sich seine Praxis befindet, gibt es kein natürliches Tageslicht. Um dort Energiekosten zu sparen wurden ESL eingesetzt. Ab diesem Tag war es immer ziemlich duster, obwohl die gleiche Watt-Zahl verwendet worden war. Und es hat auch immer ziemlich lange gedauert, bis es heller geworden ist. Da mit der Praxis viel Publikumsverkehr im Treppenhaus ist, wird die Beleuchtung oft eingeschaltet. Die Leuchtmittel waren so oft kaputt, dass überhaupt kein Spareffekt entstanden ist, weil immer für teuren Nachschub an Lampen gesorgt werden musste. Deshalb hat sich die Hausgemeinschaft dazu entschlossen, wieder Glühbirnen einzuschrauben.
Es gäbe noch vieles zu überlegen. Wer sich näher für dieses Thema interessiert kann vieles dazu in der Zeitschrift „Öko-Test: Ratgeber Bauen, Wohnen und Renovieren Nr. N 0903″ nachlesen.
Wie ich damit umgehe? Ich schaffe uns einen Riesen-Vorrat an Glühbirnen an. Wir haben aus Überzeugung keine einzige ESL.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Energiesparlampen gemacht? Und was mich noch mehr interessiert: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem richtigen Entsorgen der kaputten ESL gemacht?
Schlagworte: Elektrosmog, Energiesparlampen, Glühbirnen
26. März 2009 um 14:26 |
Hi Sonja,
die jetzigen Energiesparlampen sind die Schnelllösung eines Problems das schon lange bekannt ist. Anstatt darauf zu achten, allgemein weniger Energie einzusetzen, wird das Problem nur verlagert – was erwartet man auf einem Kontinent der konsequenten Nicht-Denker?
Ich warte schon gespannt auf die Verbreitung der LED-Technologie. Die ist noch weitaus energiesparender und deulich weniger giftig. Auch das Lichtspektrum sollte damit wesentlich variabler werden. Ganz ohne Probleme ist aber auch die nicht …
Gerhard Zirkel
26. März 2009 um 19:04 |
Hallo Gerhard,
auf die Schnelle fällt mir zu LED`s ein, dass sie ebenfalls flimmern. Auch das wäre politisch verordneter Stress.
) Außerdem verbrauchen die LED`s in der Herstellung Unmengen von Aluminium. Ob das nachhaltig ist???
Irgendwo habe ich gelesen (frag` mich nicht wo), dass man in Deutschland 2 (in Worten: zwei!!!) Kernkraftwerke abschalten könnte, wenn man nur den Stand-by-Modus aller Geräte ausschalten würde. Soviel Energieersparnis erreicht man mit dem Verbot der Glühbirnen nie und nimmer!
Es wäre doch eine Möglichkeit, den Stand-by-Modus zu verbieten? Technisch ließe sich das bestimmt machen, schließlich gab es den früher auch nicht. Da wäre mehr gewonnen. Aber da ist ja nichts damit verdient. Mit Energiesparlampen (die teurer als die Glühbirnen sind)steigen die Gewerbesteuereinnahmen und die Mehrwertsteuereinnahmen für die Regierung.
Sonja M. Berndl
28. März 2009 um 09:27 |
Hallo allerseits : -)
Ein heißes Thema *zwinker
Ich bin gegen jede Art von Verbot, es wäre zwar technisch möglich, den Stand-by-Modus zu verbieten, nur für mich ist so ein Stand by auch echter Luxus bzw. ein kleiner Genuß *rotwerd
Und: Danke für das Thema, jetzt werde ich mir schnellstens meine heißgeliebten Krokoeis oder eiscrash Glübirnen in E 14 besorgen, meine Deckenlampe sieht einfach fantastisch super damit aus … auf meiner homepage als besondere Gestaltung zu besichtigen.
Auch habe ich mir schon einen Vorrat an E 27 Lampen zugelegt, noch ist es eine Feine Suche nach schönen Dingen.
Liebe Grüße von Ursu La stille G.
9. August 2009 um 21:58 |
[...] man keine Energiesparlampen braucht By Sonja Ich habe hier schon einmal über Energiesparlampen berichtet. Und hier gibt es ebenfalls 10 Argumente, warum man [...]