Vielleicht finden Sie es schrullig, wenn man sagt, dass die Geschichte eines Hauses den Menschen beeinflussen könnte? Das geht mir manchmal auch so. Allerdings schmökere ich gerade in einem Reiseführer über Venedig. Und was lesen meine Äuglein da? Eine Geschichte, die mir zu denken gibt. Stellen Sie sich vor, Sie leben…
…im 15. Jahrhundert in Venedig. Ihr Nachbar Giovanni Dario baut nebenan seinen Palazzo. Die Familie zieht ein. Darios entzückende Tochter Marietta heiratet einen Mann. Sie lebt mit Mann, Maus und Kind im Palazzo. Es dauert nicht lange, da ist der Ehemann wirtschaftlich ruiniert. Und als ob das noch nicht genügen würde, wird er auch noch erstochen. Marietta begeht daraufhin Selbstmord. Und auch der Sohn gelangt in einen Hinterhalt und bereits 150 Jahre später existiert die Familie nicht mehr.
Die Erben verkaufen den Palazzo an einen armenischen Schmuckhändler, der in seinem neuen Haus in Geldschwierigkeiten gerät. Deshalb wechselt der Palast wieder einmal den Besitzer: Rawdon Brown. Der überschätzt sich finanziell und begeht Selbstmord. Und wieder ein neuer Besitzer: Der Dichter Henri de Regnier. Zur Abwechslung wird diesmal nurz nach dem Kauf weder gemeuchelt, noch Selbstmord begangen. Nein! De Regnier erkrankt an einer Infektion und stirbt daran. Dann ist der Amerikaner Charles Briggs als Besitzer an der Reihe. Es muss aus Venedig fliehen. Sein Liebhaber begeht in Mexiko Selbstmord.
Als nächster Kandidat will der Tenor Mario del Monaco den Palazzo 1964 kaufen. Während der Kaufverhandlungen erleidet er einen Verkehrsunfall, der ihn noch lange behindert. Aus dem Kauf wird dann erst mal nichts. Als Nächster versucht der Conte Giordano della Lanze in dem Palazzo sein Glück. Er lebt mit seinem Lebensgefährten imPalazzo. Der erschlägt ihn mit einer Vase. Der Lebensgefährte flieht und wird in London ermordet. Noch einer, der sein Glück in dem Haus sucht: Kit Lambert, Manager der Rockband „The Who“. Kurz nach dem Kauf stürzt er in London eine Treppe hinunter. Tot. Mit 45 Jahren. Eine andere Version sagt: Er stirbt an einem Gehirnödem. Egal. Tot ist tot. Achtziger Jahre. Der venezianische Geschäftsmann Fabrizio Ferrari meint, ihn kann nichts erschüttern und kauft den Palazzo. Er zieht mit seiner Schwester ein. Ferrari erlebt ein wirtschaftliches Fiasko und seine Schwester stirbt bei einem Verkehrsunfall.
Dann glaubt der Investor Raul Gardini, dass ihm das Haus nichts anhaben kann. Und was passiert ihm als Eigentümer? Finanziell schwierige Zeiten brechen an und er ist in Finanzskandale verwickelt. Als Ausweg sieht er – es wird schon fast langweilig – Selbstmord.
Dann war erst mal Ruhe… Weil den Palazzo keiner mehr haben wollte. Ts, ts. Ich verstehe gar nicht, warum? Und nun gehört der Palazzo einem amerikanischen Großkonzern. Ob das der Auslöser für die weltweit aktuelle Finanzkrise war, die von Amerika ausgegangen ist?
Und nun frage ich mich: Nur mal angenommen, Sie hätten die Chance, diesen Palazzo zu kaufen oder Sie würden ihn geschenkt bekommen. Was würden Sie tun? Ich hätte ein Grummeln im Bauch. Auch wenn man darüber rätseln könnte, warum die BesitzerInnen reihenweise Pech hatten. Sicher ist: Wenn man die Geschichte dieses Hauses liest, könnte man den Eindruck bekommen, es wäre überaus vernünftig, sich mit derVergangenheit des Hauses zu beschäftigen, bevor man sich so was antut.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Hier ist noch das Glücks-Rezept. Vielleicht hätte einer der Eigentümer ja mal in den Canal Grande fallen sollen? Die Legende sagt, dass das Glück bringen soll.
Quellen: Baedeker-Reiseführer Venedig, Wikipedia
Schlagworte: Feng Shui, Glücks-Haus, Palazzo Dario, Venedig
6. Februar 2009 um 19:49 |
Kaufen, abreissen, neubauen – so günstig kommt man sonst nicht zu Baugrund in der Lage
Ansonsten wäre das doch eine Herausforderung auch wenn ich glaube dass man da mit Feng Shui alleine nicht weiterkommen würde.
Gerhard Zirkel
8. Februar 2009 um 12:07 |
Hallo Gerhard,
wenn ich dich richtig interpretiere, meinst du also nicht, dass das „in den Canal Grande fallen“ alleine ausreichen würde? Aber vielleicht hilft es zusammen mit Feng Shui?
Ich glaube, ich würde da trotz allem nicht einziehen wollen.
Sonja
8. Februar 2009 um 20:22 |
Einfach nur in den Kanal fallen wird nicht ausreichen. Da muss man schon mindestens in die richtige Richtung fallen
Selbst dann würde ich diese Strategie lieber mittels Qimen Dunjia analysieren bevor ich da ein Risiko eingehe.
Gerhard
19. Februar 2009 um 18:35 |
[...] dann fällt mir die Geschichte vom Palazzo Dario in Venedig ein: Die BesitzerInnen geraten auffällig oft in finanzielle Schwierigkeiten, sind in [...]