Feng Shui und Farbe im Klassenzimmer
“Das schönste Klassenzimmer der Welt” präsentierte sich auf dem 10. Deutschen Präventionstag des Niedersächsischen Kultusministeriums im jahr 2005. Dieses Klassenzimmer hat Feng Shui integriert. Im Gegensatz dazu war in der Deggendorfer Zeitung mal folgende Schlagzeile zu lesen: “Geteilte Meinungen zur neuen Schule”. “Wohl noch nicht fertig?” und “Ein bißchen Farbe könnte der (graue Sichtbeton) schon vertragen” waren die Aussagen von SchülerInnen einer neu gebauten Schule in einem Nachbarort.
Der Hintergrund für die Aussagen waren insbesondere der graue Sichtbeton im Forum und in den Fluren. Da mir das Unbehagen aus Feng-Shui-Sicht gut nachvollziehbar ist, habe ich nach weiteren Erklärungen gesucht. Das habe ich gefunden:
Mehrere anerkannte Studien belegen, dass Räume auf den Menschen wirken. An der Brandeis-Universität in Massachusetts wurde bereits 1955 die Wirkung von Räumen wissenschaftlich untersucht. Es gab drei Gruppen von StudentInnen. Eine Testgruppe arbeitete in einem behaglichen, eine in einem nüchternen und eine in einem verwahrlosten Raum. Die StudentInnen in dem behaglich eingerichteten Raum berichteten, dass sie sich wohlgefühlt hatten, energiegeladen waren und die Aufgaben gut bewältigen konnten. Die anderen klagten über Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Außerdem lag deren Arbeitsqualität deutlich unter dem Niveau der ihrer MitprobandInnen aus dem behaglichen Arbeitszimmer.
Solche und ähnliche Studien beweisen, dass ein Zusammenhang zwischen der Gestaltung eines Schulgebäudes und der Lernqualität besteht. Dies wusste auch Hort Roselieb vom niedersächsischen Kultusministerium, Abteilung Prävention, der das Projekt “Feng Shui im Klassenzimmer” an der Grundschule Rethen in Niedersachsen unterstützte. Nach den Vorgaben eines Feng-Shui-Beraters wurde ein Klassenzimmer von den Eltern und LehrerInnen eigenhändig umgestaltet: Wandfarben und Tischanordnung wurden verändert, Gardinen und andere Accessoires ausgetauscht. Ein Jahr nach der Umsetzung zogen die Beschäftigten der Schule folgendes Fazit: die SchülerInnen dieser Klasse arbeiteten deutlich konzentrierter und effektiver, die Aggressionen hatten abgenommen. Sie waren motivierter und ausgeglichener, wodurch ruhigeres und entspannteres Arbeiten möglich war. Die SchülerInnen selbst bezeichneten ihr Klassenzimmer als gemütlich und als “das schönste Klassenzimmer der Welt”.
Der Erfolg des Projektes veranlasste das niedersächsische Kultusministerium, in zehn weiteren Schulen Feng-Shui-Klassenzimmer einzuplanen.
Dass die Anwendung von Feng Shui zu einer positiven Verhaltensänderung führen kann, und dies kein Einzel- oder Zufall ist, beweist die Schulsanierung in NRW: Eine Gesamtschule in Mönchengladbach hat mit Hilfe von Feng Shui ein neues Farbkonzept in den Fluren, im Lehrerzimmer und in den Klassenzimmern umgesetzt. Auch an dieser Schule wurde beobachtet, dass im Gegensatz zu früher an den Wänden keine Kritzeleien mehr gegeben hatte. Das Arbeitsklima hatte sich ebenfalls verbessert.
Aus diesen Erfahrungen an den Schulen und den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen lässt sich der Schluss ziehen, dass die Umgebung den Menschen beeinflusst. Warum sich Menschen in ihrer Umegbung wohlfühlen oder auch nicht beschreibt Feng Shui mit seinen Regeln. Es erklärt, welche Grundsätze bei der Gestaltung der Umwelt zu berücksichtigen sind. Mit Hilfe von Feng Shui nimmt man die Umgebung bewusst wahr und gestaltet sie bewusst. Warum ist dieses bewusste Wahrnehmen so wichtig? Dazu mehr im nächsten Beitrag.
Schlagworte: Arbeit, Farbe, Feng Shui, Gesellschaft, Klassenzimmer, Leben, Schule, Wandfarbe
13. Mai 2008 um 11:40 Uhr nachmittags
Ich finde es super, dass endlich auch staatliche Stellen die Bedeutung eines harmonischen Wohnumfelds - und damit Feng Shui - anerkennen und würdigen.