Das Kreuz mit dem Galgen
Vor Kurzem habe ich “Sakrileg” von Dan Brown gelesen. In dem Roman geht es u.a. um den Symbolgehalt von Gegenständen und Zeichen. Da das auch bei Feng-Shui-Beratungen immer wieder ein Thema ist, hat mich das Buch auf die Idee gebracht, etwas zum Symbol des Kreuzes zu schreiben.
Treffe ich bei einer Feng-Shui-Beratung auf ein Kreuz mit der Darstellung des gekreuzigten Jesus, weise ich darauf hin, dass das ein Symbol der Kreuzigung ist, deshalb “Leiden” ausstrahlt (theologisch kommt noch “Heil” dazu, allerdings ist die Voraussetzung dafür die Kreuzigung, also Schmerz). Deshalb empfehle ich eine andere Darstellung der Christusfigur zu verwenden. Und auch das einfache Kreuz ohne Korpus wird mit Leiden assoziiert, weil es als christliches Symbol mit der Kreuzigung in Verbindung gebracht wird.
Und hier kommt Dan Brown ins Spiel. Er erklärt, dass das Kreuz mit vier gleich langen Balken ein vorchristliches, friedliches Symbol ist. Das christliche Kreuz dagegen (das mit dem langen Längs- und kurzen Querbalken) hätten die Römer als Folterinstrument erfunden. Dadurch bekommt natürlich diese christliche Form des Kreuzes noch mal eine andere Qualität. Das Wort “Kreuz” leitet sich außerdem vom lateinischen “cruciare” ab, was “quälen“, “peinigen” oder “foltern” bedeutet (Achtung, ich habe kein Latinum). In der biblischen Anwendung kennt man das Wort i. S. von “Leid, Qual, Mühsal”. Also auch nicht gerade aufbauend. Damit drückt schon allein das Wort “Kreuz” Leiden aus. Aussprüche wie “Das ist schon ein Kreuz…” sagen genau das aus. Der Ausdruck “kreuzfidel” ist dann wohl ein Widerspruch in sich?
Übrigens: Die Bezeichnung “Kreuz” verdrängte die Bezeichnung “Galgen“, die die germanischen Stämme als Bezeichnung für das Kreuz Christi verwendet hatten.