Feng Shui? Gibt es nicht!

Wie wird der Gedanke Realität? Damit beschäftigte sich am Samstag bei einem Vortrag der Österreicher Karl Gamper. Untertitel: “Wie können wir Erkenntnisse aus der Quantenphysik in unseren Alltag integrieren und anwenden?”. Ich bin ja ein Kopfmensch, also sehr vom Verstand gesteuert, und da dachte ich mir, den Vortrag hör ich mir an, wenn man damit ein “nicht erklärbares Phänomen” wie unsichtbare Energien erklären kann… Es war spannend, weil Karl Gamper die Zusammenhänge zwischen Quantenphysik, Neurologie und der Manifestation von Gedanken in der materiellen Welt dargestellt hat.

Ein Punkt ist mir besonders in Erinnerung geblieben: 2/3 der Menschen können sich nicht vorstellen, dass es eine andere Dimension geben könnte, aus der heraus sich alles manifestieren könnte (zugegeben, mit diesem Gedanken tat ich mich bis zum Vortrag auch schwer, seit der Erklärung mit der Quantenphysik habe ich allerdings ein Bild davon im Kopf). Warum es manchen Menschen schwerfällt, etwas noch nie Dagewesenes wahrzunehmen, hängt scheinbar damit zusammen, dass diese Menschen für diese neuen Ideen oder Vorstellungen von der Welt noch keine neurologischen Strukturen im Gehirn angelegt haben. Es fehlen ihnen noch die Nervenbahnen und -verbindungen. Das ist offenbar (erforschter) Fakt. Und dieses Phänomen der eingeschränkten Wahrnehmung gibt es schon immer, wie Karl Gamper am Beispiel des räumlichen Sehens erklärt hat. Bis zum 15. Jhdt. konnten wir Menschen noch gar nicht räumlich sehen. Wenn man Menschen im 12. Jhdt. ein dreidimensionales Bild vorgelegt hätte, hätten diese Menschen es als flaches Bild wahrgenommen.

Mit diesem Wissen kann ich in Zukunft ganz locker (ohne Überzeugungsarbeit leisten zu wollen) mit Menschen umgehen, die sagen, dass es Feng Shui nicht gibt. Ihnen, die dieses Weltbild völlig ablehnen, fehlt noch die neuronale Struktur im Kopf. Das ganz ohne Bewertung! Ist halt so. Könnte man auch sagen, ihnen fehlt der dafür notwendige Sinn (im Sinne unserer 5 Sinne riechen, hören, schmecken, fühlen, sehen)? Für sie ist es “Über-sinnlich“, weil eine über die üblichen Sinne nicht erfassbare Erfahrung nicht wahrgenommen und eingeordnet werden kann? Sie haben keine Antenne für die “unerklärlichen Energieströme”, können sich deshalb kein Bild davon machen. Es ist wie mit einem Fernsehprogramm: um einen Fernsehfilm zu empfangen, braucht man eine Antenne. Hat man keine Antenne, schaut es schon schlechter aus. Auch wenn man das Programm mangels technischer Ausrüstung nicht sehen kann… Das Fernsehsignal umgibt uns trotzdem. Die Fernsehleute schalten es deshalb ja nicht ab, bloß weil ein paar Leute gerade keine Antenne rumstehen haben.

Immerhin besteht Hoffnung: Neue neuronale Strukturen entwickeln sich scheinbar im Laufe der Zeit im allgemeinen Bewusstsein. Schließlich werden beim räumlichen Sehen auch nicht alle Ritter, Ritterfräuleins, Bauern und Handwerker von heute auf morgen die Tiefe des Raumes gesehen haben, sondern es wird sich über die Zeit hinweg langsam entwickelt haben und heute ist es selbstverständlich! Ich bin ja gespannt, wie das in 200 Jahren dann mit Feng Shui sein wird!

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