Sehen Sie auch Rot? Nein? Dann sollten Sie das Lehrerzimmer der Grundschule in Altenmarkt (für Kunst-LiebhaberInnen: Altenmarkt hat eine Basilika, die von den Gebrüdern Asam gestaltet worden ist) besuchen. Wie die PNP nämlich meldete, hätten die diesen Raum in „lebhaftem Rot“ gestrichen und die Stühle dazu seien ebenfalls rot.
Wann passt Rot aus Sicht von Feng Shui in einem „öffentlichen“ Raum? Ich werde mich heute auf die Aspekte „Himmelsrichtungen“ und „Farbpsychologie“ konzentrieren.
Rot gilt als die Farbe der Kraft, Aktivität, Dynamik und auch Aggression. Befindet sich in unserem Beispielraum zu viel Rot, das womöglich noch durch Holz-Schränke und -tisch genährt wird (Elementezyklus), könnte ein Übergewicht des „Feuers“ entstehen und das zu hitzigen Diskussionen führen. Die positiven Aspekte von Kraft und Aktivität könnten überschießen und in Aggression umschlagen. So haben sich Krieger früher z. B. mit roter Farbe bemalt. Rot alleine muss allerdings nicht aggressiv machen, es gibt genügend Beispiele, in denen rot eingesetzt wird, um eine angenehme Stimmung zu erzeugen, z. B. in alten Theatern. Allerdings ist die Wirkung von Rot auch immer abhängig vom Gleichgewicht der Elemente und vom Zusammenhang, in dem es steht.
Betrachten wir in diesem Zusammenhang die Himmelsrichtung, in der das Zimmer liegt. Das stelle ich in einer Beratung zunächst mit Hilfe eines Kompasses fest. Daraus kann ich auch ablesen, welche Himmelsrichtungen die günstigen für das Gebäude sind. Denn genauso wie es für den Menschen vier günstige und vier weniger günstige Himmelsrichtungen gibt, gibt es die auch für Häuser. Wer sich schon einmal mit Feng Shui befasst hat, hat vielleicht schon mal etwas über die KUA-Zahl oder das Ost-West-System gehört. Um das geht es jetzt.
Befindet sich der Raum im Süden (Element Feuer) und ist der Süden eine ungünstige Himmelsrichtung, würde ich empfehlen, das hitzige Feuer des Südens mit dem Elemente „Erde“ zu besänftigen. Das könnte z. B. eine gelbe Wandfarbe sein. Gelb ist zudem die Farbe der Kommunikation und Konzentration, was für unser Beispiel, das LehrerInnenzimmer auch gut geeignet sein dürfte.
Da das genannte Zimmer in seiner Funktion ein aktiver (Yang) Raum ist, könnte man als belebendes Element und als Referenz an die Himmelsrichtung orangefarbene Stühle aufstellen. Orange ist eine warme, aktive Farbe und gilt in der Farbpsychologie als Farbe der Lebensfreude. Sie unterstützt eine angeregte Unterhaltung, ohne aggressiv zu werden.
Ein „erdfarbener“ Boden würde in diesem Raum zusätzlich für die nötige Erdung der Menschen sorgen. Ein „Holz“boden wäre zwar in Harmonie mit dem Süden, würde aber die unruhige Feuerenergie des Südens großflächig stärken. Pflanzen dagegen könnten aufgestellt werden, weil es sich nur um punktuelle Maßnahmen handelt. Um den Elementezyklus zu schließen, könnten blaue Übertöpfe verwendet und ein „Metall“-Bild aufgehängt werden. Das war´s.
Übrigens war Rot früher die Farbe der Reichen und Mächtigen. Das ist davon heute noch geblieben: Berühmten Menschen bereitet man einen königlichen Empfang, indem man für sie den „roten Teppich“ ausrollt.
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