Eine bahnbrechende Methode?

Als Feng-Shui-Beraterin hält man immer die Augen offen auf der Suche nach Anregungen, wie man die persönliche Umgebung verbessern kann. Im Juli bin ich auf eine außergewöhnliche Methode gestoßen:

Die dpa meldete, dass ein Mann in Sydney mit einem gestohlenen Panzer u. a. 7 Handy-Masten umgefahren habe. Hintergrund für diese Tat sei seine Überzeugung, dass ihn die Strahlung der Mobilfunksender mental krank mache.

Was mit “mental krank machen” gemeint ist, bleibt offen. Ich phantasiere mal: “mental” bedeutet “den Geist betreffend”. In diesem Zusammenhang könnte die Neurologie der Ausgangspunkt sein: Der Zusammenhang von Gehirn und geistigen Fähigkeiten wie Denken, Wahrnehmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Erinnerung usw.

Was könnte also mit dem Mann losgewesen sein? Vielleicht ist er elektrosensibel? Elektrosensibilität muss man sich wie eine Allergie auf verschiedene Frequenzen vorstellen (z. B. Haushaltsstrom, Funchtechfrequenzen). Wie bei einer Gräserallergie reagiert nicht jeder Mensch auf das gleiche Produkt, hier: die gleiche Frequenz. Und die allergische Reaktion ist hier auch keine laufende Nase, sondern kann eines der folgenden Symptome sein: Benommenheit, Schwindel, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Stressgefühle, Unwohlsein, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder anderes. Diese und andere Befindlichkeitsstörungen werden von internationalen Studien beschrieben, die sich mit Menschen beschäftigt haben, die auf alltagstypischen Elektrosmog besonders sensibel reagieren. (Man kann, muss aber nicht darauf reagieren).

Man könnte jetzt behaupten, der Mann müsse psychisch krank sein, wenn er das mit dem Panzer macht. Aber die Schweizer Studie NEMESIS belegt, dass elektrosensible Menschen keine psychischen oder psycho-somatischen Auffälligkeiten zeigen! Im Ergebnis belegen viele Forschungsergebnisse zudem, dass es Elektrosensibilität geben kann und nicht bloße Einbildung ist.

Unser Mann litt vielleicht an einigen der genannten Befindlichkeitsstörungen und hat aus purer Verzweiflung zu diesen drastischen Maßnahmen gegriffen (ob das ein Mittel erster Wahl ist, soll hier nicht diskutiert werden). Immerhin werden in Deutschland 6 % der Bevölkerung als elektrosensibel eingestuft, Tendenz steigend und die Dunkelziffer nicht mitgerechnet. Problem ist, dass diese Menschen oft belächelt, als psychisch krank oder zumindest psycho-somatisch auffällig hingestellt werden. In Anbetracht der Studienergebnisse sollte man Elektrosensibilität allerdings ernst nehmen.

Bleibt immer noch die Frage, was man gegen Elektrosmog tun kann - außer mit dem Panzer die Sender umzufahren? (Zur Nachahmung nicht empfohlen!). Man kann sich technisch schützen, aber das würde jetzt zu weit führen…

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